Ausschreibung

Kultur. Macht. Demokratie. Kulturinstitutionen als Orte der Demokratiebildung

 

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Bewerbungsschluss:

06. August 2021

Fachrichtungen:

Archiv-, Bibliotheks-, Informations- und Dokumentationswesen, Ethnologie, Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Kulturwissenschaften, Medienwissenschaft, Museologie, Philosophie, Politikwissenschaft, Psychologie, Soziologie und verwandte Fächer

Profil der Teilnehmenden:

Eingeladen zur Bewerbung sind Nachwuchsforschende (v.a. Promovierende, Post-Docs) der einschlägigen Fachrichtungen sowie junge Museums-, Archiv- und Bibliotheksfachleute.

Beschreibung:

Innerhalb einer demokratischen Gesellschaft sind Kulturinstitutionen Orte der Selbstverständigung. Indem sie etwas zeigen, sammeln, bewahren, inszenieren, bilden sie Gesellschaft ab, mit all den dazugehörigen Konflikten, sozialen und moralischen Ressourcen, Geschichten und Zukünften. Was aber leisten Kulturinstitutionen für die Demokratie?

Demokratie ist ein Modell der Herrschaft der Mehrheit – aber auch der Grund- und Menschenrechte, des Versprechens auf Teilhabe und Gleichberechtigung. Demokratie macht Vielfalt möglich, muss den Umgang mit ihr jedoch auch möglichst diskriminierungsfrei organisieren. Die Formen, Orte und Medien demokratischen Handelns und demokratischer Mitsprache ändern sich. Sind die aufgeheizten öffentlichen Diskurse und Stimmungen in den sozialen Medien, die virtuell und real sich formierenden Bürgerbewegungen Zeichen einer lebendigen Demokratie oder Indizien ihres Niedergangs und des schwindenden Vertrauens in demokratische Institutionen? Ist der gesellschaftliche Zusammenhalt gefährdet? Welche Funktion haben Kulturinstitutionen in diesem Kräftefeld?

Wie können sie zur Teilhabe anregen, Handlungsspielräume entwerfen, Gräben in der Gesellschaft überbrücken, Spaltung überwinden, Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglichen und zivilgesellschaftliches Engagement stärken? Gehört das zu ihren Aufgaben? Wie können sie in den Konflikten der Gegenwart, den kulturellen und politischen Verwerfungen Haltungen zeigen und Positionen beziehen?  Mit welchen Formaten können Kulturinstitutionen die Demokratie stärken?

Diese und viele weitere Fragen sollen im Zentrum des Austauschs mit den beteiligten Institutionen stehen. Die Themen einzelner Diskussionen und Workshops werden entlang aktueller Arbeitsschwerpunkte der jeweiligen Häuser entwickelt, beziehen sich in ihrem hohen Aktualitätsbezug aber immer auf institutionsübergreifende Zusammenhänge.

Als Einstieg in die Summer School wird die Bedeutung einer teilhabeorientierten Gestaltung des Kulturbetriebs für die Stärkung einer demokratie- und diversitätsbewussten Gesellschaft zunächst theoretisch eingeordnet. Im Verlauf der Summer School sollen die Potentiale neuer Beteiligungsformate, wie z. B. durch Beiräte von Bürgerinnen und Bürgern innerhalb von Kulturinstitutionen besprochen werden. Wie kuratorische und vermittelnde Formate gestaltet werden können, damit diese die Anforderungen an eine umfassende Demokratiebildung erfüllen, wird exemplarisch anhand von Sonderausstellungen und bereits umgesetzten Veranstaltungen der beteiligten Häuser diskutiert werden. Ebenso nehmen Bibliotheken als Plattform für überparteilichen Austausch und als Bereitsteller von Wissen eine neutrale Rolle ein. Als öffentlicher und geschützter Raum können sie bei der Frage nach dem, was wahr und falsch gelten kann, eine Orientierungshilfe sein.

Staatliche Kulturinstitutionen unterliegen einem politischen Neutralitätsgebot. In der Verteidigung verfassungsrechtlicher Grundrechte kann es aber keine „Neutralität“ geben. Konflikte und Aushandlungsprozesse in Kulturbetrieben bewusst auszutragen, stellt Kulturinstitutionen vor große Herausforderungen. Wie können bspw. Kontroversen um Sonderausstellungen in einen produktiven Dialog überführt werden und damit zur demokratischen Bildung beitragen?

Als gemeinsames Projekt der Technischen Universität Dresden, des Deutschen Hygiene-Museums Dresden, des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr, der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bietet die Henry Arnhold Dresden Summer School 2021 die einzigartige Möglichkeit, theoretische wie praktische Konzepte gleichermaßen in den Blick zu nehmen.

Die Henry Arnhold Dresden Summer School 2021 besteht überwiegend aus virtuellen Formaten. Sollten es die Umstände zulassen, wird vom 24. bis 26.09.2021 ein Abschlusswochenende in Dresden stattfinden. In Workshops und Gesprächsrunden werden konkrete Fragestellungen interdisziplinär diskutiert und Handlungsvorschläge erarbeitet. Das Programm bietet darüber hinaus die Möglichkeit zur vertieften Auseinandersetzung mit den beteiligten Institutionen sowie zu intensiven Diskussionen mit renommierten Expertinnen und Experten.

Teilnahmebedingungen:

Die Teilnahmegebühr beträgt 50 € pro Person. Sollte das Abschlusswochenende vor Ort stattfinden können, wird rechtzeitig darüber informiert. Die Kosten für Reise, Unterkunft und Verpflegung werden dann übernommen.

Arbeitssprache ist überwiegend Deutsch, einzelne Programmteile und Diskussionen können in englischer Sprache stattfinden. Internationale Interessierte sind ausdrücklich zur Bewerbung eingeladen. Sie sollten in der Lage sein, Vorträgen in deutscher Sprache folgen zu können.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung bestehend aus Motivationsschreiben und aktuellem Lebenslauf elektronisch bis spätestens 06.08.2021 an den Direktor der Henry Arnhold Dresden Summer School, Herrn Prof. Dr. Hans Vorländer (Email: hasummerschool@mailbox.tu-dresden.de). Das Motivationsschreiben sollte eine Seite nicht überschreiten und den Bezug zum Thema der Henry Arnhold Dresden Summer School 2021 deutlich machen. Die Mitteilung über die Teilnahme erfolgt bis spätestens Ende August 2021.